Fachkräftestrategie als nächster Schritt
Trotz langsamer konjunktureller Erholung steigen die Arbeitslosenzahlen weiterhin, gleichzeitig fehlen in vielen Bereichen Fachkräfte. Österreichweit wurden Ende 2025 insgesamt 51 Engpassberufe identifiziert, besonders im technischen und im Gesundheitsbereich. In den nächsten zehn Jahren werden rund 17 Prozent der Beschäftigten in Pension gehen. Bereits bis 2029 droht eine Fachkräftelücke von rund 51.000 Personen bei mittleren Qualifikationen.
Vor diesem Hintergrund wird die Bundesregierung ab März 2026 eine umfassende österreichische Fachkräftestrategie erarbeiten. Sie basiert auf drei Säulen:
- Eine Qualifizierungsoffensive mit besonderem Fokus auf mittlere Qualifikationen und Höherqualifizierung zum Lehrabschluss
- Die Stärkung der Lehre und Berufsbildung, inklusive Weiterentwicklung der überbetrieblichen Ausbildung
- Internationale Fachkräfte als ergänzendes Potenzial in bestimmten Bereichen
Internationale Fachkräfte sind dabei eine Ergänzung – das größte Potenzial liegt im Inland. Ziel ist es, vorhandene Arbeitskräfte besser zu qualifizieren und stärker in Beschäftigung zu bringen. Gleichzeitig werden bewährte fachliche Qualifizierungsmaßnahmen des
AMS weiter vorangetrieben. Mit Juni 2026 wird eine neue Weiterbildungsbeihilfe eingeführt, um arbeitsplatznahe und passgenaue Qualifizierungen stärker zu unterstützen. Zudem wird der Schulungszuschlag vereinfacht, damit längere Fachkräfteausbildungen finanziell besser abgesichert sind.