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Bundeskanzler Stocker empfängt Kosovos Premierminister Kurti

Bundeskanzler Christian Stocker hat heute Vormittag den kosovarischen Premierminister Albin Kurti zu einem Arbeitsgespräch im Bundeskanzleramt empfangen. Stocker wurde dabei von Europaministerin Claudia Bauer begleitet.

Die hervorragenden bilateralen Beziehungen haben eine lange Tradition, die weit über die Zeit hinausgeht, in der Österreich als einer der ersten Staaten die Unabhängigkeit Kosovos anerkannt hat. Die enge Zusammenarbeit reicht von Ausbildungsprogrammen für junge Kosovarinnen und Kosovaren bis hin zu wirtschaftlichen Kooperationen. Österreich ist sechstgrößter Investor und wichtigster Handelspartner im Kosovo. Für ihren Erfolg vor Ort brauchen österreichische Unternehmen vor allem Rechtsstaatlichkeit und verlässliche Rahmenbedingungen.

Im Kosovo wurde letztes Wochenende zum dritten Mal innerhalb von nur 16 Monaten zu Parlamentswahlen aufgerufen. Bundeskanzler Stocker appellierte in diesem Zusammenhang eindringlich an Premierminister Kurti, dass es im Sinne der Zukunft des Landes höchst an der Zeit sei, Kompromisse einzugehen, um die innenpolitische Blockade zu lösen und den dauerhaften Krisenzustand endlich zu beenden.

Stocker forderte außerdem mehr Dynamik in den Bemühungen um eine Normalisierung in den Beziehungen des Kosovo zu seinem Nachbarn Serbien. Dabei sieht der Bundeskanzler beide Seiten in der Verantwortung - Fortschritte im Dialog seien unerlässlich.

Österreich war und ist einer der stärksten Unterstützer des Kosovo auf dem Weg in die Europäische Union. Nicht zuletzt aufgrund der globalen Verwerfungen und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist die Erweiterung mehr denn je zu einem geopolitischen Instrument geworden. Dieses Momentum muss genutzt werden. Stocker appellierte dabei an den kosovarischen Premierminister, den dafür so wichtigen Reformkurs aufrechtzuerhalten, insbesondere in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung und öffentliche Verwaltung.

Die kosovarische Unterstützung der EU-Sanktionen infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist ein klarer Beweis dafür, dass sich Kosovo zu unseren europäischen Grundwerten bekennt. Um die Vorteile der EU für die Menschen im Kosovo und in der gesamten Region schon vor einem EU-Beitritt spürbar zu machen, fordert Stocker, dass die Verhandlungen über die Aufnahme der sechs Staaten in die Roamingzone rasch abgeschlossen werden. Außerdem müsse auch Kosovo so schnell wie möglich dem Europäischen Zahlungsraum (SEPA) beitreten.

Bereits seit 1999 leistet Österreich mit der Teilnahme an der Friedensmission KFOR im Kosovo einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der gesamten Region. Derzeit stellen wir 155 österreichische Soldatinnen und Soldaten und sind damit der zweitgrößte Truppensteller unter den bündnisfreien Ländern. Stocker und Bauer versicherten Kurti, dass dieses Engagement selbstverständlich fortgesetzt werde.


Bundeskanzler Christian Stocker:

"Die Menschen im Kosovo verdienen politische Stabilität und eine klare Zukunftsperspektive. Jetzt ist die Zeit für Verantwortung, Reformen und Kompromisse, damit das Land seine europäische Chance nutzen kann. Österreich wird Kosovo auf dem Weg in die weiterhin entschlossen unterstützen. Voraussetzung dafür sind Reformen, politische Kompromissbereitschaft und konkrete Fortschritte im Dialog mit Serbien."


Europaministerin Claudia Bauer:

"Kosovo ist ein wichtiger Partner Österreichs und gehört zur europäischen Zukunft des Westbalkans. Gerade jetzt muss Europa zeigen, dass seine Versprechen gelten. Gleichzeitig ist klar: Der Weg in die EU führt über Reformen, Rechtsstaatlichkeit und Dialog. Wer Stabilität am Westbalkan stärkt, stärkt auch die Sicherheit Österreichs und Europas. Deshalb wird Österreich Kosovo auf seinem europäischen Weg weiter verlässlich begleiten."


Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.

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