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Bundeskanzler Stocker und Staatssekretärin Eibinger-Miedl empfangen EU-Kommissarin Albuquerque zum Austausch über den Kapitalmarkt
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Trilateraler Austausch in Wien – Österreich treibt europäische Kapitalmarktunion aktiv voran – Listing Act vergangene Woche im Ministerrat beschlossen
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Bundeskanzler Christian Stocker und Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl haben heute EU-Kommissarin Maria Luís Albuquerque, zuständig für Finanzdienstleistungen und die europäische Spar- und Investitionsunion (SIU), zu einem trilateralen Austausch in Wien empfangen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Weiterentwicklung des europäischen Kapitalmarkts, die Entwicklung der neuen österreichischen Finanzbildungsstrategie sowie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und des Finanzstandorts Österreichs.
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Bundeskanzler Christian Stocker:
"Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten sehen wir, wie internationale Entwicklungen, die geografisch oft weit weg zu sein scheinen, direkte Auswirkungen etwa auf Energiepreise, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze in Österreich haben können. Als nationale Regierung können wir geopolitische Ereignisse nur begrenzt beeinflussen, was wir aber tun können, ist in unserem Einflussbereich die richtigen strukturellen Antworten zu geben. Nachhaltiger und belastbarer Wohlstand entsteht dort, wo es resiliente Finanzmärkte mit starker privater Beteiligung gibt. Für Österreich ist das auch eine Standortfrage, denn als exportorientierte Volkswirtschaft mit einem starken unternehmerischen Mittelstand und innovativen Unternehmen sind funktionierende Kapitalmärkte entscheidend, um Wachstum zu finanzieren und hochwertige Arbeitsplätze zu sichern. Die Stärkung leistungsfähiger nationaler und europäischer Kapitalmärkte ist daher ein ganz wesentlicher Baustein für wirtschaftliche Stärke, strategische Unabhängigkeit und nachhaltigen Wohlstand in Österreich und Europa. Wir sehen, dass jährlich rund 330 Milliarden Euro an europäischen Ersparnissen insbesondere in die USA abfließen und dort Wachstum und Innovation finanzieren. Unser Ziel muss es sein, dieses Kapital in Europa zu halten und für Wachstum, Innovation und hochwertige Arbeitsplätze zu mobilisieren. Kapitalmarkt bedeutet nicht Spekulation, sondern Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg unseres Standorts. Genau hier ziehen Österreich und die Europäische Kommission an einem Strang."
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Europäische Spar- und Investitionsunion: Österreich als konstruktiver Partner
Das Ziel der europäischen Spar- und Investitionsunion (SIU) ist es, den europäischen Kapitalmarkt zu stärken, Bürgerinnen und Bürgern bessere Möglichkeiten zur Geldanlage zu bieten und Unternehmen den Zugang zu Kapital zu erleichtern. Auch auf europäischer Ebene besteht bereits breiter Konsens. Österreich unterstützt die Schaffung der SIU und setzt sich für einen wettbewerbsfähigen und effizienten Finanzmarkt ein.
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EU-Kommissarin Maria Luís Albuquerque:
"Ich freue mich, in Wien zu sein, um einen konstruktiven Austausch mit Bundeskanzler Christian Stocker und Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl zu führen. Österreich ist ein starker und verlässlicher Partner bei der Weiterentwicklung der Savings and Investments Union, die darauf abzielt, die Kapitalmärkte in Europa zu vertiefen, neue Investitionsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger zu erschließen und den Zugang zu Finanzierungen für Unternehmen – insbesondere KMU – zu verbessern.
Die Verabschiedung des Listing Act durch den Ministerrat in der vergangenen Woche ist ein wichtiger Meilenstein. Durch die Vereinfachung der Börsenzulassungsvorschriften und die Verringerung administrativer Lasten erleichtern und fördern wir es Unternehmen, in Europa Kapital aufzunehmen – und wahren gleichzeitig hohe Standards beim Anlegerschutz und bei der Marktintegrität.
Diese Reform unterstreicht unser gemeinsames Bekenntnis zu einem dynamischeren, integrierten und widerstandsfähigen europäischen Finanzsystem, das nachhaltiges Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit in allen Mitgliedstaaten unterstützt."
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Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl:
"Ein starker Kapitalmarkt ist kein Selbstzweck – er ist die Grundlage dafür, dass Unternehmen wachsen können und Innovationen in Europa vorangetrieben werden. Unser Ziel ist es, Kapital in Europa zu halten und hier wirksam für Wachstum, Innovation und Beschäftigung einzusetzen, anstatt Abflüsse in Drittstaaten zu begünstigen. Gleichzeitig verstärken wir die Finanzbildung, damit Bürgerinnen und Bürger die Chancen des Kapitalmarkts besser nutzen können, beispielsweise für die Altersvorsorge. Mit dem Listing Act, den der Ministerrat vergangene Woche beschlossen hat, machen wir Börsengänge einfacher und günstiger. Davon profitieren gerade kleine und mittlere Unternehmen. Ein einfacherer Zugang zum Kapitalmarkt gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Finanzierung breiter aufzustellen und Investitionen besser auf den Weg zu bringen."
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Listing Act: Ministerratsbeschluss als klares Signal
Ein konkretes Ergebnis der europäischen Kapitalmarktreformen ist der sogenannte Listing Act, der den Börsengang und die Kapitalaufnahme für Unternehmen, insbesondere für KMUs, in der EU einfacher macht. Am vergangenen Dienstag hat der Ministerrat das Gesetzespaket beschlossen.
Zu den wichtigsten Neuerungen zählen:
- Anhebung der Prospektpflicht-Schwelle von 5 auf 12 Millionen Euro – damit müssen Unternehmen bei kleineren Kapitalaufnahmen künftig kein aufwendiges und teures Wertpapierprospekt mehr erstellen.
- Senkung des Mindeststreubesitzes von 25 auf 10 Prozent – das erleichtert insbesondere kleineren Unternehmen den Börsenzugang.
- Vereinfachung der Zulassungsvoraussetzungen für den Börsengang: Künftig genügt ein Jahr Unternehmensbestand und ein Jahresabschluss statt bisher drei.
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